Sauber gekämpft, fair gewonnen

2015-09 MASO2
SEPTEMBER 2015 – UNTERÄGERI

Unterägeri – Am 27. September 2015 fand in der Turnhalle Schönenbüel die 4. Martial Arts Swiss Open unter der Leitung von Alberto Navarro Mojica statt. Fast 50 Teilnehmer von 3 Schulen aus der Schweiz, darunter die Shui Zhu Do Schule zur Selbstverteidigung aus Ägeri, die YunSong Akademie aus Baar und die Free-Dragon Fight Systems Schule aus Biel kämpften gegeneinander für die begehrten Pokale. Die Kategorien waren Waffenformen, Point Fight (Freikampf ohne Waffen) und zum ersten Mal überhaupt: Samurai Fight.

Kampfkünstler sind nicht die brutalen Menschen, die oft in den Medien erscheinen. Sie sind ein besonderer Menschenschlag. Waffenformen zeigen, wie der Teilnehmer seine Waffe und seinen Körper beherrscht. Schöne Bewegungen lassen einen fast vergessen, dass diese Formen Kampfvorbereitungen sind und solche darstellen. Ob mit dem Langstock, den Nunchakus oder mit Samurai-Schwertern – die Formen zeigten die Vielfalt der Asiatischen Kampfkünste.

Der Höhepunkt war der Kampf. Point Fight oder Samurai Fight. Hier betritt man als Gegner die Kampffläche. Stille umgibt die Kämpfer. Konzentration in ihren Augen. Der Befehl „Fight“ und los geht es. Beide Kämpfer umzingeln sich, suchen nach Schwachstellen, greifen an, wehren ab. Wollen nur den Punkt verdienen. Die langjährig erlernten Techniken werden eingesetzt. Ein Täuscher hier, ein Kick da und verteidigen, wenn der Gegenschlag kommt. „Break!“ Der Punkt geht an den Gegner. Zurück zur Ausgangsposition. „Fight!“ Ab geht’s. Ein Punkt muss doch zu erreichen sein! Alles rings herum verschwindet. Nur der Gegner vor einem ist im Fokus. Scheinangriff und „Break!“ der Punkt geht zu einem. Sich darüber freuen geht nicht. Der Kampf geht weiter. Ausdauer, Entschlossenheit und ein starker Wille begleiten die Kämpfer auf der Kampffläche. Ob ohne Waffen oder mit dem Bambusschwert im Samurai Fight – der Kampf ist derselbe. Bis zum Schluss der Befehl „Stopp!“ den dreiminütigen Kampf beendet. Die Kämpfer werden zur Jury geführt, die Punkte zusammengezählt und der Gewinner entschieden. Dann, obwohl sie erbitterte Gegner waren, geben sie sich die Hand oder umarmen sich gar. „Ein guter Kampf“ – da sind sich beide einig. Sie gingen als Feinde in den Kampf aber als Freude wieder hinaus.

Und als solche gingen sie am Abend wieder nach Hause. „Bis zum nächsten Mal“, „Wir sehen uns wieder“ hallt noch durch die kühle Abendluft. Die Martial Arts Swiss Open waren ein grosser Erfolg. Kampfkünstler verschiedener Schulen bewiesen, dass auch unter mehreren Schulen voneinander gelernt werden kann, dass es zusammen besser geht und dass man gute Freunde durch diese Art Kampf kennenlernen kann. Eine Gemeinschaft der besonderen Art. Ja, es wurde sauber gekämpft und fair gewonnen an diesem Sonntag im Ägerital.