Aufprallen der Armeen friedlich beendet

2016-06 Kombitraining2. JUNI 2016, BAAR Wo einst das Training zu Dae Ryeon Do Samurai und Jung Do Kung Fu parallel am Donnerstag-Abend stattfand, wurden die beiden Kampfkünste nun an der YunSong Akademie in Baar zusammengelegt.

Alleine der Gedanke an ein solches innovatives Experiment ist schon mutig. Das sind zwei eigenständige Kampfkünste, zwei Armeen, die aufeinander prallen.

Dae Ryeon Do Samurai – die Schwertkämpfer – trainieren im dunkelblauen Oberteil und weiten schwarzen Hosen. Sie betreten das Dojo wie Adlige im aufrechten Gang, das Schwert griffbereit auf der linken Seite. Ob mit dem Holz- oder Metallschwert, sie brauchen Platz im Training. Platz und Präzision. Präzision, damit sie im Training niemanden mit dem Schwert verletzen.

Die Armee der waffenlosen, Jung Do Kung Fu, trainiert im schwarzen Oberteil und Hosen. Kampfbereit sind sie immer, da sie ihre Waffen immer dabei haben: Hände, Füsse, Ellbogen und Knie. Sie lernen im Training diese Waffen effizient einzusetzen. Mit richtigen Waffen werden sie ab dem orangen Gurt versehen, dann starten sie mit dem Langstab. Später kommen noch Nunchaku, Stich- und Breitschwert hinzu. Wo der Samurai doch eher der adlige Ritter im Mittelalter war, so entstand das Kung Fu und Vieles aus ihrer Waffenkunst vom Bauernvolk.

Instruktoren mit Schwarzgurtstatus führen die beiden Armeen an. Sie tragen das weisse Oberteil mit den entsprechenden Hosen nach Kampfkunststil.

So würde man denken, dass zwei unterschiedliche Armeen aufeinander treffen, wenn es heisst: Donnerstag: Kombitraining. Doch das Konzept geht auf. Und auch die Vielfalt der Schüler beweist es. Mehr als 80% kommen aus Baar und ob jung oder alt, Mann oder Frau, alle haben ihren Spass daran. Hugo Nicoletti, der Präsident vom Akkordeon-Orchester Zug-Baar, stellt das obere Alter der Schüler dar. Mit seinen 67 Jahren fühlt er sich absolut fit, um es mit den Jüngeren auch aufzunehmen. Er meint zum Kombitraining: “Ja, es ist schon strenger, aber es macht Spass mit so vielen zu trainieren”. Jannik Reidy, ebenfalls aus Baar, stellt mit seinen 13 Jahren das andere Ende der Alterskala dar. Mit einem breiten Lächeln und verschwitzten Haaren kann er nur nicken und mit “das isch mega!” das Training kommentieren. Lara Liggenstorfer ist gleicher Meinung und findet ausserdem “Selbstverteidigung sollte jede Frau können. Das lernt man nicht in einem einmaligen Kurs. Das Wissen muss geübt werden, damit es zur richtigen Zeit wirkungsvoll eingesetzt werden kann”. Und es wird fleissig geübt.

Der Höhepunkt des Kombitrainings ist das, was sie verbindet. Der Kampf. Auch Samurai Schüler müssen lernen, sich auch ohne Waffe zu verteidigen und zu kämpfen. Und so stehen sie sich nun gegenüber: dunkelblau (oder weiss)/schwarz gegen schwarz(oder weiss)/schwarz. Ein freundschaftlicher Gruss zu Beginn und dann fliegen die Fäuste und wirbeln die Füsse in den 3-Minuten-Kämpfen. Der Kampfkunststil, die Gurtfarbe und das Geschlecht spielen keine Rolle, es geht um den Kampf, um das Üben der gelernten Techniken und um das Einschätzen des Gegenübers. Stephan Krellmann, Leiter der Kampfkünste, kämpft auch mit, gibt Tipps und Tricks und freut sich über das Resultat des Kombitrainings: eine abgekämpfte lächelnde Meute. Wo sie als Gegner aufeinanderprallten, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, wie es nur in der Kampfkunst geben kann.

Die Türen sind offen für alle, die dieses Hochgefühl kennenlernen möchten. Zum kostenlosen und unverbindlichen Probetraining kann man sich über die Homepage www.tangsoodo-schweiz.ch jederzeit anmelden – einfach hier klicken.

Fotos gibt’s in der Fotogalerie :-) Hier klicken.