Früh übt sich, wer Samurai werden will

25. Juni 2017 – BAAR

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Die halbjährlichen Gurtprüfungen der GKMAF Krellmann standen am vergangenen Sonntag an. Die Familie Feusi war doppelt nervös. Der Vater, Josef, trat bereits am frühen Morgen mit den anderen Kung Fu Schülern an. Die Tochter fieberte zu dieser Zeit ihrer Prüfung am Nachmittag entgegen. Und der Vater war bereit. Er hatte stundenlang Tritte, Schläge, Formen und den Umgang mit den Nunchakus geübt, verbessert und wieder geübt. Ob das reichen würde? Diese Frage stellte er sich zu Beginn der Prüfung. Doch während der Prüfung gab es nur einen Gedanken: das Beste geben. Das tat der 50-jährige und konnte die Jury überzeugen – er erreicht den nächsten Gurt. „Kampfkunst kann ich nur empfehlen“, meint Feusi, „und das in jedem Alter! Mir persönlich dient sie als Training zum fit bleiben, mich weiter zu entwickeln und als persönliche Herausforderung. Ausserdem ist die Kameradschaft einmalig.“ Das finden auch die anderen sechs Erwachsenen, die sich strahlend umarmten, als sie den nächsten Gurt erreichten.2017-06_Gurtprüfung_05

Der Spagat der Schule ist es, den gleichen Inhalt der Kampfkunst den verschiedenen Altersgruppen zu vermitteln. Doch ein Spagat, der gekonnt gemeistert wird vom Schulleiter, Stephan Krellmann und seinem Lehrerteam. So hatten die Kinder anschliessend das gleiche Prüfungsprogramm wie die Erwachsenen in Kung Fu. Und alle 21 Kinder konnten fröhlich zu ihren Eltern und ihren neuen Gurt präsentieren.

Doch eine Prüfung stand noch bevor. Am Nachmittag wollte es die Tochter dem Kung Fu Vater gleichtun, nur in einer anderen Disziplin. Sie nennt sich Dae Ryeon Do Samurai (Samurai-Schwertkampf). Schon vor dem bedin2017-06_Gurtprüfung_07gten Alter von 10 Jahren zog die kleine Akascha am Ärmel des Vaters mit grossen Augen und sanfter Stimme: „Papi, das will ich machen“. Die Schule willigte für ein Probetraining ein. Und Akascha bewies sich als lehrbegierige, konzentrierte und engagierte Schülerin. „Zu Beginn, “ so die Instruktorin Birgit Müller, „war Akasha äusserst scheu. Die Aufwärmübungen werden abwechselnd von den Kindern gezählt – auf Koreanisch. Am Anfang hörte man Akasha nur als leises Echo. Doch nun strahlt sie selbstbewusster und sicherer. Das tut ihr gut – ein so herziges Mädchen muss sich zu verteidigen wissen, dazu gehört auch eine kräftige Stimme. Zwar ist der Kampfschrei noch etwas leise, aber daran arbeiten wir. Das kleine Mädchen wird zum Samurai.“ Und so war es. Alle acht Prüfungsteilnehmer bestanden. Mit aufrechtem Gang und stolz erhobenen Haupt nahmen sie das Zertifikat entgegen. Eine überstrahlte sie jedoch alle – Akasha. Die kleine, die Samurai werden wollte, ist nun einen Schritt näher am Ziel. Noch trainiert sie mit dem Holzschwert, doch ab dem grünen Gurt gibt es ein richtiges Samurai-Schwert. Darauf freut sie sich jetzt schon. Und die Familie Feusi hatte zwei Gründe zu feiern.

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Fotos der Gurtprüfungen in Jung Do Kung Fu und Dae Ryeon Do Samurai.