Die Sonne scheint für Schweizer Kampfkünstler in Lissabon, Portugal

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14. Mai 2016 LISSABON 

Das kann man nur als Schicksal bezeichnen. Oder wie es die Portugiesen nennen: “Fado”. Aber mit dem melancholischen Gesang hat das weniger zu tun. Denn ihr Schicksal ist ein lebhaftes. Ein wegweisendes Treffen vor etlichen Jahren brachte die Kampfkünstler Alberto Navarro Mojica (Unterägeri), Stephan Krellmann (Steinhausen) und Dragan Pavkovic (Biel) zusammen. Navarro Mojica unterrichtete gerade seine Kampfkunst als Krellmann und Pavkovic dazukamen. Dass dies der Beginn einer langjährigen Freundschaft wird, wusste damals niemand.

Und heute reist das Trio (vereint im Tang Soo Do Schweiz Verein) durch die Welt, jeder mit seiner eigenen Kampfkunst. Und die Reisen sind erfolgreich. So können sie auf eine preisgekrönte Teilnahme der “6. International Lisbon Hall of Fame Martial Arts” in Portugal am vergangenen Wochenende zurückblicken. Dort gaben sie Seminare: Navarro Mojica in SZD Self Defense Systems, Krellmann in Dae Ryeon Do Samurai Schwertkampf und Pavkovic in Free Dragon Fight Systems. Die Teilnehmer waren begeistert ab der Vielfalt in der Schweizerischen Kampfkunst. Und obwohl das Trio verschiedene Kampfkünste praktiziert, akzeptieren sie den Stil des anderen. Sie sehen ihre Freundschaft wie ein Fado: ein Zusammenspiel von verschiedenen Elementen, die zu einem Ganzen führen. Ob die Akzeptanz nur mit langjähriger Freundschaft klappen kann? Dies wurde am Anlass in Portugal widerlegt. Hier trafen sich Kampfkünstler jeglicher Sparte und teilten Erfahrungen, Techniken und Know-how aus – als Freunde und Mitkämpfer.

Am abendlichen Gala-Anlass wurde das Trio für seine Leistungen geehrt. Die Schweizer sahnten ab und brachten Ruhm und Ehre zurück ins Vaterland. Navarro Mojica wurde zweifach geehrt: mit den Preis für „Martial Arts Excellence of the Year“ und für seine Schule SZD Self Defense „Club of the Year“. Dragan Pavkovic erhielt die Auszeichnung „ Martial Arts Excellence of the Year “ und Krellmann wurde zum „Master of the Year“ gekürt. Und wie es das Schicksal will, wurden sie von der Schwertkämpferin Birgit Müller begleitet. Auch sie wurde ausgezeichnet mit dem Preis “Dedication to Martial Arts”. Da standen sie auf der Bühne vereint und aus dem erfolgreichen Trio entstand wieder “the Swiss Fantastic Four”, die bereits im letzten Jahr in Atlantic City USA und München Ehrenauszeichnungen erhielten. Das glückliche Schicksal blieb ihnen hold. Auch die Tochter des Rangältesten, Samanta Navarro Mojica, die während des Seminartags intensiv und leidenschaftlich mitkämpfte wurde ausgezeichnet mit einem „Special Mention“ Preis.

Zur melancholischen Musik des Fados kehrten die „Fantastischen Vier + eins“ am Montag heim und blicken sehnsüchtig auf eine Kampfkünstler-vereinende Zeit zurück.